Hörgeräte in Deutschland: Modelle, Funktionen und wichtige Informationen

Hörgeräte sind in verschiedenen Ausführungen und Bauformen erhältlich. Modelle unterscheiden sich unter anderem in Funktionen, Größe und Tragekomfort. Je nach individuellen Anforderungen kommen unterschiedliche Hörsysteme infrage. Auch Ausstattung und technische Merkmale können variieren. Ein Vergleich verschiedener Modelle kann dabei helfen, die verfügbaren Optionen besser zu verstehen. Lesen Sie den Leitfaden und erfahren Sie mehr.

Hörgeräte in Deutschland: Modelle, Funktionen und wichtige Informationen

Welche Hörgeräte gibt es?

Auf dem deutschen Markt sind verschiedene Bauformen von Hörgeräten erhältlich. Die gängigsten Typen sind Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO), Im-Ohr-Geräte (IdO), Concha-Geräte sowie Receiver-in-Canal-Geräte (RIC). HdO-Geräte sind besonders verbreitet, da sie für ein breites Spektrum an Hörverlusten geeignet sind und einfach zu handhaben sind. IdO-Geräte hingegen sitzen direkt im Gehörgang und sind weniger sichtbar. RIC-Geräte gelten als kompromissreiche Lösung zwischen Diskretion und Leistungsfähigkeit. Jede Bauform hat spezifische Vor- und Nachteile, die je nach individuellem Bedarf abgewogen werden sollten.

Unterschiede zwischen Hörgeräte-Modellen

Die Unterschiede zwischen einzelnen Hörgeräte-Modellen sind erheblich und betreffen nicht nur die äußere Form. Entscheidend sind Faktoren wie Leistungsklasse, Verarbeitungsgeschwindigkeit des Signalprozessors, Akkuleistung sowie die Kompatibilität mit Smartphones und anderen Endgeräten. Einstiegsmodelle bieten grundlegende Funktionen zur Sprachverständlichkeit, während höherwertige Modelle über automatische Situationserkennung, Rauschunterdrückung und individuelle Anpassungsmöglichkeiten verfügen. Auch die Trageform und das Design spielen für viele Trägerinnen und Träger eine wichtige Rolle bei der Modellwahl.

Funktionen moderner Hörgeräte

Moderne Hörgeräte sind weit mehr als einfache Verstärker. Sie verfügen über digitale Signalverarbeitung, die es ermöglicht, Sprache gezielt von Hintergrundgeräuschen zu trennen. Viele Geräte bieten Bluetooth-Konnektivität, sodass sie direkt mit Smartphones, Fernsehern oder anderen Audioquellen verbunden werden können. Weitere verbreitete Funktionen sind automatische Lautstärkeregelung, Richtungsmikrofone, Tinnitus-Masking sowie App-basierte Steuerung über das Smartphone. Einige Hersteller integrieren zudem Gesundheitsfunktionen wie Schrittmessung oder Sturzerkennung. Die Akkulaufzeit variiert je nach Modell und Nutzung, wobei wiederaufladbare Geräte zunehmend beliebter werden.

Worauf sollte man beim Vergleich achten?

Beim Vergleich von Hörgeräten lohnt es sich, mehrere Kriterien gleichzeitig zu berücksichtigen. Dazu gehören der Grad des Hörverlustes, die bevorzugte Trageform, der Funktionsumfang sowie der Preis. Wichtig ist auch, ob das Gerät durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bezuschusst wird. In Deutschland haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf einen Festbetrag der Krankenkasse für Hörgeräte, sofern eine entsprechende ärztliche Diagnose vorliegt. Darüber hinaus empfiehlt sich ein professioneller Hörtest beim Akustiker sowie ein ausgiebiger Probeträgezeitraum, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Hörgeräte in Deutschland im Überblick

Deutschland verfügt über ein gut ausgebautes Netzwerk an Hörgeräteakustikern sowie eine starke Präsenz internationaler und nationaler Hörgerätehersteller. Zu den bekanntesten Anbietern auf dem deutschen Markt zählen Unternehmen wie Phonak, Signia, Oticon, Widex, Starkey und GN ReSound. Diese bieten Geräte in verschiedenen Preisklassen an, von Kassenmodellen bis hin zu Premium-Geräten mit erweitertem Funktionsumfang.


Hersteller Beispielmodelle Preisschätzung (pro Gerät)
Phonak Audeo Lumity, Naída ca. 800 – 3.500 €
Signia Pure Charge&Go AX, Styletto ca. 700 – 3.200 €
Oticon Real, More ca. 800 – 3.400 €
GN ReSound OMNIA, One ca. 700 – 3.000 €
Widex MOMENT, EVOKE ca. 800 – 3.200 €
Starkey Evolv AI, Livio ca. 900 – 3.500 €

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den zuletzt verfügbaren Informationen und können sich im Laufe der Zeit ändern. Es wird empfohlen, vor finanziellen Entscheidungen eine unabhängige Recherche durchzuführen.


Die Kostenübernahme durch die GKV liegt aktuell bei einem Festbetrag von rund 784 Euro pro Ohr (Stand: zuletzt bekannte Regelung), wobei Zuzahlungen für höherklassige Modelle üblich sind. Private Krankenversicherungen übernehmen je nach Tarif gegebenenfalls höhere Anteile. Es empfiehlt sich, die genauen Konditionen direkt bei der eigenen Krankenkasse zu erfragen.

Die Wahl des richtigen Hörgeräts ist eine individuelle Entscheidung, die von medizinischen, technischen und finanziellen Faktoren abhängt. Ein sorgfältiger Vergleich, professionelle Beratung und ein ausreichender Testzeitraum helfen dabei, das passende Gerät für den eigenen Bedarf zu finden. Der deutsche Markt bietet dafür eine breite Palette an Optionen und eine gut strukturierte Versorgungslandschaft.